Dr. Stefan Fulst-Blei: „Von mehr Kontrolle, mehr Hierarchie und mehr Bürokratie haben die Schulen erstmal gar nichts“

SPD-Fraktionsvize Dr. Stefan Fulst-Blei mahnt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann vor einer Umsetzung der Schulverwaltungsreform mit der Brechstange: „Reformen müssen nicht nur zu Papier gebracht, sondern auch umgesetzt werden. Deshalb geht eine solche nicht im Alleingang, sondern nur dann, wenn man alle Beteiligten und Betroffenen auch mitnimmt und involviert“. Er wirft der Kultusministerin weiterhin vor, bestehende Strukturen wie die Fremdevaluation voreilig zerschlagen zu haben und nun eine unausgegorene Turbo-Reform zugunsten ihrer eigenen Profilierung durchdrücken zu wollen. Ziel müsse die bessere Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit der Lehrerausbildung und Lehrfortbildung sowie Schulpraxis sein. „Von mehr Kontrolle, mehr Hierarchie und mehr Bürokratie haben die Schulen erstmal gar nichts“, resümiert Fulst-Blei und warnt davor, die dringend notwendige Reform zu einer reinen Selbstbeschäftigung der Verwaltung verkommen zu lassen und die Qualitätsentwicklung damit über Jahre brach zu legen.

„Es ist völlig absurd, dass Grün-Schwarz zu diesem Schuljahr 1.074 Stellen an den Schulen streicht und gleichzeitig neue Stellen für einen aufgeblähten Verwaltungsapparat benötigt“, moniert der SPD-Fraktionsvize. Derzeit könnten Lehrkräfte vielerorts nicht einmal Fortbildungen besuchen, weil die Schulen angesichts der völlig unzureichenden Unterrichtsversorgung keine weiteren Ausfälle kompensieren können. „Qualitätsentwicklung muss als Prozess in den Schulen stattfinden und kann nicht per Dekret erlassen werden“, mahnt Fulst-Blei und fordert zusätzliche Ressourcen an Schulen und mehr Leitungszeit für Schulleitungen.

Stuttgart, 17. April 2018

Heike Wesener
Pressesprecherin

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Beraterin für Bildung, Jugend und Sport