Antrag - Die Einführung von herkunftssprachlichem Unterricht

Als Flächenland mit dem höchsten Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund muss Baden-Württemberg wirksame und dauerhafte Strukturen zur Sprachförderung etablieren. Schwache Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Schulvergleichsstudien im Fach Deutsch unterstreichen den aktuellen Handlungsbedarf. Die SPD-Landtagsfraktion hat daher in ihrem Antrag die Einführung von herkunftssprachlichem Unterricht in staatlicher Verantwortung an Schulen in Baden-Württemberg gefordert. Unverständlicherweise hat Kultusministerin Susanne Eisenmann von der CDU daraufhin angekündigt, dass der Unterricht in den Händen der Konsulate bleiben und die muttersprachliche Bildung nicht in eigene Verantwortung übernommen werden soll.

Dazu Andreas Stoch: „Kultusministerin Eisenmann hat schlichtweg keinen Plan, wie sie das baden-württembergische Schulsystem für seine Realität als Einwanderungsland fit machen soll. Ihre Untätigkeit und fehlenden Konzepten werden den Schulen auf die Füße fallen. Herkunftssprachlicher Unterricht wäre ein wichtiger Baustein, den sie nicht mal zu prüfen bereit ist – obwohl Ministerpräsident Kretschmann dies den Bürgerinnen und Bürgern zugesichert hatte. Offenbar können weder die Modelle aus anderen Bundesländern, noch neue wissenschaftliche Studien bei ihr ernsthaftes Interesse wecken. Wenn Frau Eisenmann den herkunftssprachlichen Unterricht nicht als prioritär einstuft, könnte man meinen, es gebe andere vorrangige Projekte. Dem ist aber nicht so, denn im Bereich Sprachförderung verweist sie an „neuen“ Aktivitäten lediglich auf ein Förderprojekt an gerade mal 64 Schulen („Lesen macht stark“), die Abschaffung des Fremdsprachenunterrichts an den Grundschulen und die zusätzlichen Investitionen für Sprachförderung im frühkindlichen Bereich, die allerdings weniger als fünf Prozent des Pakts mit den Kommunen und damit den kleinsten Posten der sogenannten Qualitätsoffensive darstellen.“

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Ehret Fraktion
Jana Ehret
Beraterin für Bildung, Jugend und Sport