Zumeldung dpa: „Kultusministerin berichtet über Schulstart unter Corona-Bedingungen“

 Dr. Stefan Fulst-Blei: „Alte Fehler, nur netter formuliert: Das nächste Scheitern steht schon auf dem Stundenplan“

SPD-Fraktionsvize und Bildungsexperte Dr. Stefan Fulst-Blei zu den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahrs: „Mit Bridge the Gap und den Lernbrücken sind schon zwei Aufholprogramme der Landesregierung gescheitert. Mit Rückenwind muss Kultusministerin Schopper jetzt endlich liefern. Aber wo die erforderlichen 20 000 bis 30 000 Lehrpersonen herkommen sollen, weiß bis heute keiner. Dabei geht die Landesregierung aufgrund der Lernstandserhebungen selbst davon aus, dass bis zu 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen an dem Programm teilnehmen sollten. Und dass man Lehren aus dem bisherigen Scheitern gezogen hat, muss man bezweifeln: Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern beschweren sich über mangelnde Informationen zum Programm Rückenwind, und die Kultusministerin hält es weiter nicht für notwendig, rechtzeitig darüber zu informieren. Es nützt nichts, nur etwas netter zu formulieren, aber dann doch die alten Fehler zu wiederholen. Die Landesregierung droht sehenden Auges ins nächste Scheitern zu laufen.“

„Der Lehrkräftemangel muss von der Landesregierung endlich konsequent angegangen werden. Leere Versprechungen reichen nicht aus. Es gibt keine einzige Lehrkraft über Bedarf, doch ohne mehr Lehrkräfte und den personellen Ausbau der Unterstützungssysteme an unseren Schulen werden wir es nicht schaffen, die durch Corona entstandenen Lernlücken aufzuholen und Bildungsgerechtigkeit zu garantieren. Wenn zu Schuljahresbeginn allein schon 60 Lehrerinnen und Lehrer aufgrund eines positiven Testergebnisses nicht unterrichten können, ist das eine zusätzliche Belastung. Schon vor Corona, aber besonders jetzt, brauchen wir eine Lehrerversorgungsquote von 106 Prozent!“

„Schon wieder handelt die Landesregierung zu langsam und ohne Rücksprache mit den Schulen. Schon wieder kommen Verordnungen zu kurzfristig und steigern den Organisationsaufwand der Schulleitungen. Ministerin Schopper erkennt zwar an, dass auch das Testen ein Mehraufwand für die Schulen darstellt, aber Unterstützung bietet sie trotzdem nicht.“

Fulst-Bleis Fazit: „Anstatt immer mehr Verantwortung auf die Schulen abzuwälzen, brauchen wir dringend Entlastungen für Schulleitungen und Lehrkräfte, denen wir für ihr großes Engagement nicht genug danken können. Dass sie von der Landesregierung in der Konfrontation mit Drohungen und der Durchsetzung der Regeln allein gelassen werden, ist nicht hinnehmbar. Die klare Benennung von Ansprechpersonen hierfür hätte schon längst erfolgen können, auch Handreichungen und Vorlagen könnten schon lange vorbereitet sein“.

Stuttgart, 28. September 2021

Dr. Hendrik Rupp
Pressestelle

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Lisa Rößner
Beraterin für Bildung, Jugend und Sport