Zumeldung zu dpa: „Verband: für ,Lernen mit Rückenwind‘ fehlt die Zeit an den Schulen“

Stefan Fulst-Blei: „So gut ,Rückenwind‘ gemeint ist, so schlecht ist das Programm umgesetzt“

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei, fordert die Landesregierung auf, die Bedenken der Lehrkräfte und Schulleitungen mit Blick auf das Lernaufholprogramm „Rückenwind“ endlich ernst zu nehmen: „Wenn 88% der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter angeben, nicht genügend zeitliche Ressourcen für die Organisation von ,Rückenwind‘ zur Verfügung zu haben, ist das ein deutliches Alarmsignal! Der Arbeitssaufwand des Programms ist vor allem für die Schulleitungen hoch – erst Recht jetzt mit der zusätzlichen Organisation der Corona-Verordnungen und Testverfahren an den Schulen. Wenn sie jetzt auch noch die Schwachstellen von Rückenwind ausgleichen müssen, brauchen wir uns nicht wundern, dass die Überlastungsanzeigen steigen und viele Lehrkräfte den Job in der Schulleitung dankend ablehnen! Die Landesregierung muss endlich für weitere Entlastung der Schulleitungen sorgen.“

Fulst-Blei: „Etwa die Hälfte der Befragten fühlen sich laut der Umfrage weder ausreichend unterstützt noch informiert – offenbar hat die Landesregierung also aus ähnlichen Fehlern bei „Bridge the Gap“ und „Lernbrücken“ nichts gelernt. Das Bewerberportal für ,Rückenwind‘ war zum Programmstart noch nicht mal fertig. Die Folgen müssen jetzt die Schülerinnen und Schüler tragen. Die Zeit für Probeläufe mit immer neuen Namen ist vorbei, statt großer Ankündigungen von Seiten der Landesregierung brauchen wir dringend den Ausbau von Assistenzsystemen, wie Coaching, Schulsozialarbeit und Schulpsychologie! Die Umfrage zeigt: So gut die Idee von ,Rückenwind‘ eigentlich gemeint ist, so schlecht ist sie gemacht – denn so wenig Gedanken hat das Kultusministerium in die Umsetzung gesteckt!“

Katrin Steinhülb-Joos, schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, ergänzt: „Die Lehrkräfte und Schulleitungen klagen zu Recht über eine zu hohe Belastung: Die Einarbeitung des Rückenwindpersonals und die Mehrarbeit durch ständiges Umbauen der Stundenpläne und durch fehlendes passgenaues Material des ZSL für die Schülerinnen und Schüler rauben Zeit und Kraft.“ Steinhülb-Joos: „Zur Entlastung der Lehrkräfte würde es in einem ersten Schritt helfen, wenn die Lehrkräfte bei der Einarbeitung des durch Rückenwind an die Schulen gekommenen Personals besser unterstützt werden. Zusätzlich braucht es Maßnahmen, um auch die Schulen im ländlichen Raum zu unterstützen. Vor allem der ländliche Raum hat mit einem hohen Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu kämpfen. Da muss das Kultusministerium jetzt nachjustieren!“

Stuttgart, 3. Dezember 2021

Dr. Hendrik Rupp
Pressestelle

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