Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Stefan Fulst-Blei, sieht sich nach der Landespressekonferenz der GEW Baden-Württemberg in seinen Sorgen bestätigt: „Wir brauchen endlich wieder gute und faire Rahmenbedingungen für die Lehrkräfte an unseren Schulen. Die Unterrichtsversorgung an den Schulen in Baden-Württemberg ist komplett auf Kante genäht. Die Folge sind Unterrichtsausfall und die Überlastung der Lehrkräfte. Doch statt zu handeln werden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Lehrkräfte von der Kultusministerin während der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt. Die Beendigung der unsäglichen Praxis der Lehrkräfteentlassungen über die Sommerferien ist der Landesregierung offenbar nicht einmal 15 Millionen Euro im Jahr wert.  Dabei ist das Geld da und die Lehrkräfte werden im September wieder dringend gebraucht. Stattdessen wandern einige von ihnen nun in andere Bundesländer ab.

Als wäre dies nicht genug, fordert der Ministerpräsident gleichzeitig zu Mehrarbeit auf und droht mit der Erhöhung des Klassenteilers. Dass dieses Verhalten an den Schulen Kopfschütteln und Frustration auslöst, verwundert nicht. Mehr Wertschätzung gegenüber unseren Lehrkräften würde unserer Landesregierung gut zu Gesicht stehen!“

Dr. Stefan Fulst-Blei weiter: „Hinter jeder Lehrkraft steht ein Mensch. Ein Mensch, der eine Perspektive möchte oder einfach nur die Sicherheit, bei der Bank einen Kredit beantragen zu können. Es ist beschämend, dass ein so reiches Land wie Baden-Württemberg ausgerechnet diejenigen im Stich lässt, denen wir unsere Kinder anvertrauen. Bildung gehört nicht unter Haushaltsvorbehalt, Bildung ist unsere Zukunft!“

„Lieber zeigt Herr Kretschmann mit dem Finger auf andere, statt zuzugeben, dass es ein Fehler war, die von seiner Kultusministerin angeforderten Stellen zur Aufstockung der Krankheitsvertretungsreserve abzulehnen. Tatsache ist aber, dass die Krankheitsvertretungsreserve schon zu Beginn des Schuljahres aufgebraucht ist, doch die erforderliche Aufstockung wurde in den vergangenen Haushaltsverhandlungen von der grün-schwarzen Landesregierung abgelehnt. Dabei brauchen wir dringend die Aufstockung der Krankheitsvertretungsreserve, den Ausbau der Studienplätze im Lehramt und den Aufbau multiprofessioneller Teams an unseren Schulen.

Es wird Zeit, dass die Landesregierung die Vorschläge endlich ernst nimmt und konkrete Konzepte zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels vorlegt. Denn die Folgen der Ignoranz dieser Landesregierung müssen wie so oft die Schulkinder und Lehrkräfte tragen.“ so Stefan Fulst-Blei abschließend.

Florian Schnabel
Pressestelle

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