Für den bildungspolitischen Sprecher und stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Stefan Fulst-Blei, ist das heute vorgestellte Konzept für einen Regelbetrieb an den weiterführenden Schulen der bildungspolitische Offenbarungseid von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann:

„Das System Eisenmann steht vor dem Scheitern. Es ist viel zu wenig, jetzt nur zu erklären, wie ein normaler Unterricht aussehen soll. Natürlich wünschen wir uns alle möglichst viel Normalität zurück. Eine Kultusministerin muss aber gerade jetzt aufzeigen, was zu tun ist, wenn diese Normalität nicht möglich ist. Wo sind die Szenarien für den Fernunterricht und für die Kombination aus Fern- und Präsenzunterricht? Hierfür muss Frau Eisenmann den Schulen doch einen konkreten Plan an die Hand geben. Ein krisenfestes Konzept sieht anders aus.“

„Das Abstandsgebot aufheben und da feste Gruppen bilden, wo es möglich ist – das reicht nicht! Die Kultusministerin muss darlegen, wie der Unterricht gestaltet werden muss, wenn keine festen Gruppen gebildet werden können und wie dann der Gesundheitsschutz gewahrt werden kann. Es ist bitter, dass sich die Kultusministerin innerhalb der Landesregierung bis jetzt noch nicht einmal damit durchsetzen konnte, regelmäßige Testungen für alle Lehrkräfte sicherzustellen.“

„Der pädagogische Offenbarungseid aber ist ihre Regelung, beziehungsweise ihre Nicht-Regelung, für den Fernunterricht: Alle bekommen die gleichen Materialien. Bravo, so wird die Schule zur Bildungsfabrik mit Lernfließband! Dass die Ministerin für den Fernunterricht überhaupt kein Konzept hat, zeigt sich auch an der vorauseilenden Verschiebung der Prüfungen im kommenden Jahr. Der Grund im noch laufenden Schuljahr die Prüfungen nach hinten zu verschieben war, dass die Schulen den Fernunterricht nicht genauso effektiv gestalten konnten wie den Präsenzunterricht. Das wird dann wohl auch in einem Jahr noch nicht möglich sein. Frau Eisenmann traut ihrem halbherzigen Konzept selbst nicht.“

„Die SPD im Land und die Friedrich-Ebert-Stiftung haben bereits vor Wochen Konzepte für das neue Schuljahr vorgelegt, die weitaus näher an der Realität dran sind als Frau Eisenmanns Elaborat.“

Stuttgart, 8. Juli 2020

Achim Winckler
Stellvertretender Pressesprecher

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Markus Sommer
Berater für Hochschulen, Wissenschaft und Kunst