„So wird man auf dem Land weiter warten müssen, bis der Arzt kommt“: Für den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rainer Hinderer ist und bleibt die Landarztarztquote der grün-schwarzen Landesregierung Murks: „Wer kann denn schon nach dem Abitur sicher wissen, wie seine Lebenssituation nach sechs Jahren Studium und acht Jahren Weiterbildung zum Facharzt sein wird?“ So Hinderer: „Außerdem brauchen viele Orte jetzt Landärzte – und nicht erst in 14 Jahren“.

Ein falsches Signal setzt Grün-Schwarz für Hinderer auch mit dem Konzept, Studienanfänger als Landärzte zu „verpflichten“, die sonst keinen Studienplatz bekommen hätten: „Damit werden Allgemeinmedizin und die ärztliche Tätigkeit als zweitbeste Wahl hingestellt, anstatt die Aufgabe des Landarztes attraktiver zu machen.

Nicht einverstanden ist Hinderer auch mit dem Konzept der möglichen Strafbewehrung: „Über diesen Weg bekommt ein Medizinstudienplatz in unserem Land einen Preis. Das wird auch dazu führen, dass wohlhabende Eltern von Studierenden die mögliche Strafzahlung zum Beispiel gegen die Kosten eines Studiums in Budapest vergleichen. „Für eine gute Arznei gegen den Ärztemangel sind mir das zu viele Risiken und Nebenwirkungen“.

Auch die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Gabi Rolland, sieht das  Konzept weiterhin kritisch: „Die grün-schwarze Koalition kennt all diese Argumente, entscheidet sich aber dennoch für die Landarztquote und zwingt die Wissenschaftsministerin sowie die medizinischen Fakultäten unserer Universitäten, nun etwas umzusetzen, was sie eigentlich nicht wollen. Viel wichtiger wäre, die Beschlüsse aus dem Masterplan Medizinstudium 2020 zur Verbesserung der Position der Allgemeinmedizin im Studium endlich auch in Baden-Württemberg anzuwenden.“

Rolland weiter: „Bisher wurde der dringend nötige Ausbau der Studienplätze wieder und wieder verschleppt. So lange sich daran nichts ändert, wird diese Landarztquote nicht mehr als ein Placebo bleiben, statt wirklich zu wirken.“

Stuttgart, 25. September 2020

Dr. Hendrik Rupp

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