Antrag - Konzept und Kosten für das Exzellenz-Gymnasium Bad Saulgau

Die Förderung von begabten und hochbegabten Schüler/-innen ist eine wichtige Aufgabe unserer Schulen. Presseberichte zu aktuellen Planungen um ein neues MINT-Exzellenz-Gymnasium mit Internat in Bad Saulgau werfen derzeit zahlreiche Fragen auf mit Blick auf das pädagogische Konzept, die Standortauswahl und den Finanzrahmen. Daher wollten wir von der Landesregierung wissen, wie das geplante neue Angebot in das Tableau bestehender Fördermaßnahmen passt und inwiefern ähnlich positive Effekte auch über einen Ausbau bestehender Strukturen möglich wären. Zur Antwort des Kultusministeriums äußert sich unser bildungspolitische Sprecher und Fraktionsvize Dr. Stefan Fulst-Blei wie folgt:

„Ein Drittel der 15 Gymnasien mit Hochbegabtenzügen im Ländle bekommt seine Klassen nicht mehr voll. An Käpselen mangelt es sicher nicht. Aber an Ursachenforschung, warum es seit Jahren keine entsprechend ausreichende Nachfrage an fünf Gymnasien gibt, um Hochbegabtenzüge mit der notwendigen Zahl von mindestens 16 Schülerinnen und Schülern zu starten. Braucht es da wirklich ein 80 Millionen schweres Leuchtturmprojekt wie das MINT-Gymnasium in Bad Saulgau oder nicht eher eine Neuaufstellung der Begabtenförderung in der Fläche? Schließlich wollen nicht alle Eltern ihre schlauen Kinder auf ein Internat schicken, sondern suchen auch passende Angebote vor Ort. Während sich ein MINT-Exzellenzgymnasium gut anhört und Grün-Schwarz es öffentlichkeitswirksam zu vermarkten versucht, klaffen im Konzept zu große Lücken. So sollen die Schülerinnen und Schüler regelmäßig an Hochschulvorlesungen teilnehmen, sind mit Bad Saulgau aber auf dem Land fern von entsprechenden Hochschulstandorten untergebracht. Unsere Frage, wie das in der Praxis funktionieren soll, ignoriert das Kultusministerium bewusst. Gleiches gilt für die Fragen, welche Alternativen zum Standort und einem Oberstufeninternat geprüft wurden: keine Antwort. Einen Zeitplan zur Umsetzung kann oder will die Landesregierung ebenfalls nicht vorlegen. In der Summe sind das zu viele Fragezeichen für Projektkosten mit so vielen Nullen. Nach der Bildungsplattform ella und dem Qualitätskonzept wird da wohl das nächste Millionengrab ausgehoben.“

Ansprechpartner

Ehret Fraktion
Jana Ehret
Beraterin für Bildung, Jugend und Sport