70 Prozent der Gebäudeheizungen in Baden-Württemberg werden noch mit Öl oder Gas betrieben. Das zeigt die Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Aus Sicht des SPD-Klimaexperten Gernot Gruber verwundert es daher nicht, dass das Ministerium auf seine Anfrage offenlegt, dass 17 von 63 Megatonnen Kohlendioxid im Südwesten alleine auf das Konto des Beheizens von Wohngebäuden gehen.

„Mit 40 % hat Baden-Württemberg einen Rekordanteil an Ölheizungen, die deutlich mehr CO2 abgeben als Gasheizungen oder Wärmepumpen“, so Gernot Gruber. Ölheizungen seien in Baden-Württemberg im Durchschnitt bereits seit 21 Jahren, Gasheizungen seit 12 Jahren im Betrieb. Gruber: „Der Heizungsaustausch kommt vor allem bei alten Ölheizungen im Land noch langsamer voran als im Bund.“

„Das ständige Verkünden von ,konzeptionellen Spitzenplätzen‘ beim Klimaschutz aus dem grünen Umweltministerium scheint zu viel heiße Luft zu enthalten und am Ende des Tages zu viel reale Treibhausgase“, merkt Gernot Gruber kritisch an: „Mit Öl und auch mit Gas heizen wir nicht nur den Stuben, sondern auch dem Planeten gehörig ein. Der Handlungsdruck ist enorm: Alte Heizungen müssen durch effizientere und sparsamere Heizungen ersetzt werden, wenn der Anteil an fossiler Energie wirksam reduziert werden soll.“

Baden-Württemberg, das bereits im Jahr 2040 und damit fünf Jahre früher als der Bund klimaneutral sein möchte, verfolgt bei der Einsparung von Treibhausgasen bis 2030 dasselbe Ziel wie der Bund, hinkt diesem aber deutlich hinterher. Während der Bund bereits 40 Prozent weniger CO2 verbraucht als 1990, kann das selbsternannte Klimaschutzland aktuell nur 26 Prozent Einsparung vorweisen. „Um eine Einsparung von 65 Prozent in acht Jahren bis 2030 zu erreichen, müsste das Land jetzt ein rekordverdächtiges Spitzentempo einschlagen!“, so Gruber, der sich skeptisch zeigt, ob dies dem Land gelingen kann, da Grün-Schwarz noch keine Wege zu den ehrgeizigen Zielen vorgelegt hat. Gruber: „Im Unterschied zum Bund hat es die Landesregierung in den vergangenen Jahren mit einem grünen Umweltminister an der Spitze nicht geschafft, Ziele für die jeweiligen Sektoren (Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Haushalte) vorzulegen. Im vergangenen Jahr hatte das Umweltministerium für das Frühjahr 2022 die Festlegung der Sektorziele und eine weitere Aktualisierung des Klimaschutzgesetzes angekündigt. Wir erwarten, dass es die grün-schwarze Landesregierung schafft, wenigsten bis zum Sommer einen Entwurf vorzulegen!“

Achim Winckler

Pressesprecher

Ansprechpartner

Gernot Gruber
Sprecher für Energie- und Klimaschutz
Sportpolitischer Sprecher