Gabi Rolland, hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, teilt die ablehnende Position von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zu einem „Nicht-Semester“ oder „Null-Semester“:

„Ich halte einen derartigen Ansatz gerade im Interesse der Studierenden nicht für zielführend. Wir würden den jungen Leuten keinen Gefallen tun, wenn jetzt das ganze Sommersemester an allen Hochschulen im Land wegen des weitgehenden Ruhens des Präsenzbetriebs einfach in den Wind geschrieben wird.

Deswegen müssen bei der Umstellung auf digitale Lehr- und Lernformate alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit das bevorstehende Sommersemester in vollem Umfang gezählt und angerechnet werden kann. Insbesondere die Verantwortlichen an den Hochschulen sind gerade mit Hochdruck und großer Motivation dabei, die technische Ausstattung in der IT-Infrastruktur und praktikable Software-Tools auszubauen, die digitale Didaktik der Hochschullehre mit innovativen Lösungen und unter Wahrung hoher Qualitätsstandards weiterzuentwickeln und Lehrende dazu in Schnellkursen angemessen zu schulen.

Die Landesregierung ist hier in der Pflicht, die Hochschulen bei ihren Anstrengungen auf allen Feldern größtmöglich zu unterstützen – sei es bei der flexiblen Handhabung rechtlicher Vorgaben, aber auch bei der Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel. Das Thema Digitalisierung in der Lehre an unseren Hochschulen hat bei Wissenschaftsministerin Bauer bisher nicht die Priorisierung gefunden, die ihm eigentlich zusteht. Hier braucht es einen Paradigmenwechsel und endlich eine gezielte eigene Förderung der digitalen Lehre an unseren Hochschulen. Andere Bundesländer sind hier schon viel weiter oder nutzen in der Krise die sich nun auftuende Notwendigkeit für Nägel mit Köpfen.“

Stuttgart, 31. März 2020

Heike Wesener
Pressesprecherin

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Martin Mendler
Parlamentarischer Berater