Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian Wahl kritisiert den politischen Ansatz zur Krankenhausreform von Sozialminister Manfred Lucha: „Im Gegensatz zu Minister Manfred Lucha halte ich die Entfernung zum nächsten Krankenhaus für sehr entscheidend.“

Wahl macht dafür zwei Gründe aus. Erstens gehe es um die Behandlung schwerer Notfälle etwa bei Herzinfarkten, Schlaganfällen und schweren Unfällen: „Da ist es sehr wichtig, dass Rettungswagen und Notarzt zeitnah kommen. Der Weg zur nächsten Klinik mit einer zentralen Notaufnahme einschließlich Radiologie, Stroke-Unit und Herzkatheter sowie des dafür ausgebildeten Personals darf dann aber auch nicht zu weit sein.“ Zweitens geht es dem SPD-Gesundheitsexperten um die Basisversorgung: „Ich halte es in Baden-Württemberg für nicht zumutbar, wegen Standardbehandlungen – egal, ob sie jetzt ambulant oder stationär durchgeführt werden – deutlich mehr als 30 Minuten mit dem Auto zu fahren. Und der Weg zum nächsten Kreißsaal sollte auch nicht weiter sein. Wir brauchen Spezialisierung und Basisversorgung – so steht es auch in den Empfehlungen der Sachverständigen – und nicht nur Spezialisierung, wie es Minister Lucha will.“

Florian Wahl: „Zur Qualität einer Krankenhausversorgung gehört für mich auch die Erreichbarkeit. Deshalb kann ich die Aussage von Minister Lucha, dass weniger Krankenhäuser eine höhere Qualität bedeuten, nicht mittragen. Der Minister soll endlich einen detaillierten Krankenhausplan einschließlich einer Landkarte erstellen. Dann wird man sehen, wie sich die Krankenhäuser der Basisversorgung und der höheren Versorgungsstufen sinnvoll über Baden-Württemberg verteilen. Luchas Vorsatz, allein kleine Krankenhäuser zu schließen, führt zur Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung. Da muss man schon etwas weiterdenken. Letztlich bleibt der Eindruck: Der Minister versucht, sein eigenes Versagen zu einem Konzept umzudeuten.“

Achim Winckler

Pressesprecher

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Klose Fraktion
Roland Klose
Berater für Sozial- und Gesundheitspolitik