Sportpolitische Sprecherin Sabine Wölfle MdL: „Die nun veröffentlichte Studie zum Doping wirft viele Fragen auch für Baden-Württemberg auf“

Die SPD-Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle und Gabi Rolland setzen sich für eine umfassende Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in Baden-Württemberg ein. Hintergrund ist eine aktuelle Studie der Humboldt-Universität Berlin, wonach seit den 70er-Jahren in der Bundesrepublik Deutschland in zahlreichen Sportarten systematisch und organisiert gedopt und mit Steuermitteln geförderte Dopingforschung betrieben worden sein soll. So habe die Studie der Humboldt-Universität aufgedeckt, dass bis 1977 die höchsten Summen der staatlich subventionierten Anabolika-Forschungen nach Freiburg geflossen seien, betonten die beiden Abgeordneten. „Wir wollen die Hintergründe wissen und die Vorgänge aufarbeiten“, so die Freiburger Abgeordnete und Wissenschaftspolitikerin Gabi Rolland.

Aus diesem Grund haben die beiden SPD-Landtagsabgeordneten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises Wissenschaft, Forschung und Kunst einen Antrag mit dem Titel „Dopingvergangenheit in Baden-Württemberg aufarbeiten“ eingebracht. Dieser soll Aufschluss darüber geben, ob systematisches und organisiertes Doping auch in Sporteinrichtungen in Baden-Württemberg betrieben worden ist und ob die Dopingforschung mit Steuermitteln gefördert wurde. Auch nach der Rolle der Universität Freiburg wird gefragt.

„Wir wollen auch die Initiative des Justizministers Rainer Stickelberger, Doping als Straftatbestand gesetzlich zu verankern, unterstützen. Der Kampf gegen Doping muss jetzt aufgenommen werden. Eine lückenlose Aufklärung kann helfen, hier eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für die strafrechtliche Verfolgung dopender Sportler zu bekommen und nicht nur die Hintermänner zu bestrafen. Doping ist Betrug an den Fans, an Mitbewerbern und am gesamten Sport" führte Wölfle weiter aus.

Unterstützung erhalten die SPD-Landtagsabgeordneten dabei vom sportpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Gerster MdB: "Durch die Studie ist die in der alten Bundesrepublik weit verbreitete Annahme, dass sportliche Erfolge im Ostblock, speziell in der DDR, nur über massives Doping zustande gekommen ist und im Gegensatz dazu in der damaligen Bundesrepublik alles mit rechten Dingen zuging, gehörig ins Wanken geraten".

Stuttgart, 6. August 2013
Sven Plank
Stellv. Pressesprecher