MdL Claus Schmiedel: „Das Kostensenkungsprogramm zu Lasten der Beschäftigten soll von unternehmenspolitischen Fehlentscheidungen der Konzernspitze ablenken“

Die SPD-Landtagsfraktion hat den Vorstand von DaimlerChrysler aufgefordert, seine rigide Kürzungspolitik gegenüber den Beschäftigten unverzüglich zu beenden und zu einem Kurs der wirtschaftlichen Vernunft zurückzukehren. „Das Kostensenkungsprogramm zu Lasten der Beschäftigten soll von unternehmenspolitischen Fehlentscheidungen der Konzernspitze ablenken“, kritisierte der SPD-Wirtschaftsexperte Claus Schmiedel.

Schrempp und sein Vorstand hätten in den letzten Jahren mit ihrer verfehlten Geschäftspolitik Kapital in Millionenhöhe in den Sand gesetzt. Offenbar wolle der Vorstand von DaimlerChrysler jetzt mit seinem so genannten Kostensenkungsprogramm von eigenen unternehmenspolitischen Fehlentscheidungen ablenken.

Claus Schmiedel: „Jetzt soll die Belegschaft für die Fehler der Bosse bluten. Sich selbst aber hat der Vorstand mit höheren Bezügen belohnt.“

Die Idee der DaimlerChrysler-Spitze, über einen Lohnwettbewerb nach unten und durch einen weitgehenden Ausstieg aus dem Tarifvertrag die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken, wies der SPD-Wirtschaftsexperte als „schon im Ansatz verfehlt“ zurück. „Wir wollen und können uns Löhne auf osteuropäischem Niveau einfach nicht leisten“, sagte Schmiedel.

Richtig sei es dagegen, die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft mit höheren Investitionen, vor allem aber Innovationen in bestehende und neue Produkte, zu stärken. Es gehe auch kein Weg daran vorbei, das Qualifikationsniveau in den Schulen und den Hochschulen des Landes deutlich anzuheben.

Als „unmoralisch und ungerecht“ bezeichnete Schmiedel die Geldgier des DaimlerChrysler-Vorstands. „Wer selbst haufenweise Fehler macht und andere dafür geradestehen lassen will, gibt ein schlechtes Vorbild als Unternehmerpersönlichkeit ab“, so Schmiedel.

Martin Mendler

Stellv. Pressesprecher