MdL Norbert Zeller: „Unsere Kinder brauchen eine vernünftige Sprachförderung sofort, – nicht erst am Sankt Nimmerleinstag“

Die SPD-Landtagsfraktion wirft der Landesregierung vor, die Einführung von verbindlichen Sprachstandsdiagnosen für alle fünfjährigen Kinder im Land zu blockieren. „Unsere Kinder brauchen eine vernünftige Sprachförderung sofort, – nicht erst am Sankt Nimmerleinstag“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Zeller, am Mittwoch in Stuttgart.

Auf einen Antrag der SPD-Fraktion, der verpflichtende Sprachdiagnosen und bei Bedarf verbindliche Fördermaßnahmen im Kindergartenalter vorsieht, habe das Kultusministerium lediglich auf eine interministerielle Arbeitsgruppe verwiesen, die im Juli zum ersten Mal zusammenkam. „Wir hätten schon mit Beginn des neuen Schuljahrs Sprachdiagnosen und Fördermaßnahmen für alle Fünfjährigen einführen können, wenn Frau Schavan dies wirklich wollte“, kritisierte Zeller die Verzögerungstaktik der Kultusministerin.

Die frühzeitige Beherrschung der deutschen Sprache ist nach den Worten Zellers der Schlüssel für einen späteren Erfolg in der Schule und im weiteren Leben. „Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen, dass alle Kinder – vor allem aber diejenigen mit Migrationshintergrund – möglichst früh Deutsch lernen und am ersten Schultag ein Grundverständnis für die deutsche Sprache mitbringen“, sagte der SPD-Bildungsexperte.

Zeller nannte es vor dem Hintergrund der PISA-Ergebnisse „völlig unverständlich“, warum Kultusministerin Schavan sich nicht klipp und klar für verpflichtende Sprachdiagnosen ausspreche, sondern statt dessen mit der Einsetzung einer Expertengruppe einen „Eiertanz“ vollführe, mit dem der sofortige Beginn verpflichtender Sprachdiagnosen hinausgezögert werde.

Norbert Zeller: „Den vollmundigen Ankündigungen der Ministerin nach der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse sind wieder einmal keine Taten gefolgt, die für Eltern heute von Nutzen wären. Anstatt Beratungsgremien vorzuschieben und auf Wahlkampfreise zu gehen, soll Frau Schavan endlich sagen, ob und wie in Zukunft alle Kinder bei festgestelltem Bedarf eine individuell zugeschnittene Sprachförderung erhalten.“

Martin Mendler

Stellv. Pressesprecher