MdL Dr. Frank Mentrup: „Wenn die Landesregierung es mit der Stärkung der Gewaltprävention ernst meint, dann führt am Wiedereinstieg in die Schulsozialarbeit kein Weg vorbei“
Die Bemühungen der Landesregierung, die Gewaltprävention an den Schulen zu stärken, weisen nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion in die richtige Richtung. Allerdings könne dem Gewalt-Phänomen mit dem Ausbau von Schülermentorenprogrammen und mit einer bescheidenen Aufstockung von Schulpsychologen allein nicht begegnet werden, so der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Frank Mentrup.
Er forderte die Landesregierung auf, die Eltern stärker in Krisenpläne einzubeziehen. „Es reicht nicht aus, dass lediglich der Elternbeiratsvorsitzende seine Telefonnummer auf einem Formblatt einträgt. Die Eltern müssen so früh wie möglich in die Entscheidungsabläufe im Krisenfall einbezogen werden, damit sie wissen, was in der Krise passiert und wie auch sie zu einer besonnenen Reaktion beitragen können“, forderte Mentrup. Er sprach sich ferner dafür aus, den Schulen mehr Sozialarbeiter zur Verfügung zu stellen. „Wenn die Landesregierung es mit der Stärkung der Gewaltprävention ernst meint, dann führt am Wiedereinstieg in die Schulsozialarbeit kein Weg vorbei“, sagte Mentrup.
Nach Ansicht Mentrups können mehr Schulpsychologen bei den Landratsämtern und Schülermentoren an den Schulen zwar einen gewissen Beitrag zur Gewaltprävention leisten. Im Zusammenhang mit dem angekündigten Amok-Lauf hätten solche Maßnahmen allerdings eher „aktionistischen Charakter“. Um die zumeist unauffälligen Einzelgänger mit ihrer latenten Aggressivität und ihren Gewaltphantasien rechtzeitig zu identifizieren, bedürfe es sozialpädagogischer Kompetenz vor Ort an der Schule als fester Bestandteil des Kollegiums, so Mentrup, der aus seinem früheren ärztlichen Arbeitsalltag in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ähnliche Täterprofile kennt.