Die Aktion startete im Sommer, aber sie war nicht fürs Sommerloch gedacht: Nach einem landesweiten Aufruf hat die SPD-Landtagsfraktion jetzt die gefährlichste Lücke an einem überörtlichen Radweg im Südwesten gekürt – also an einem Radweg, für den nicht eine Stadt oder Gemeinde, sondern das Land Baden-Württemberg selbst zuständig ist.

„Wir wollen auf das Gefahrenpotenzial durch Lücken im überörtlichen Radwegenetz in Baden-Württemberg aufmerksam machen“, sagt Jan-Peter Röderer, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Lücken im Radwegenetz sind nicht nur ein Ärgernis und ein Hindernis bei der täglichen Nutzung des Fahrrads, sondern sie stellen auch ein Sicherheitsrisiko für Radfahrende dar. Gegenüber den zuständigen Entscheidungsträgern möchten wir so dann Verbesserungen im Sinne der Verkehrssicherheit anstoßen. Solche Lücken wären beim Autoverkehr undenkbar. Dass ausgerechnet eine grün geführte Landesregierung sie den Radfahrenden zumutet, ist schwach – und gefährlich.“

Auf den Aufruf der SPD hatten sich seit dem Sommer viele Bürgerinnen und Bürger, Radfahrende und Vereine aus dem ganzen Südwesten gemeldet. Viele Hinweise betrafen natürlich Radweglücken, für die nicht die Landesregierung zuständig ist, einige Meldungen gab es sogar aus benachbarten Bundesländern. An die 100 Meldungen betrafen aber tatsächlich absurde, unverständliche und vor allem riskante Lücken im überregionalen Radwegenetz – von Mannheim bis zum Bodensee und von Lörrach bis in den Neckar-Odenwald-Kreis.

Nach sorgfältiger Auswertung und zahlreichen vor-Ort-Besuchen Röderers steht jetzt fest: Zur „Lücke das Landes“ kürt die SPD eine Radeglücke an der L 1201 zwischen Kirchheim/Teck und Notzingen. Dort kommen gleich mehrere Planungspannen zusammen: Ein innerörtlicher Schutzstreifen endet von Notzingen kommend abrupt am Ortsschild, eine Querung der vielbefahrenen Landesstraße ist allerdings erst einige Meter weiter möglich und bei Gegenverkehr wird eine Berganfahrt nötig. Hat man es dann auf die andere Seite geschafft, kommt man links der Fahrbahn auf einen inoffiziellen Radweg, der viel zu schmal ausgelegt und wohl auch deswegen nicht beschildert ist.

Platz 2 und Platz 3 der Aktion gehen in den Rhein-Neckar-Kreis an die L 550 von Sinsheim  nach Sinsheim-Weiler und in den Landkreis Göppingen an die L 1221 in Geislingen.

„Die offizielle Prämierung soll zu Beginn des neuen Jahres erfolgen“, so Röderer. Vor allem aber will sich die SPD bei allen nominierten (und auch nicht prämierten) Radweglücken sowohl beim Verkehrsministerium als auch bei den kommunalen Entscheidungsträgern für Verbesserung und Abhilfe einsetzen. „Es geht nicht ums Rechthaben, sondern ums Radfahren“, erklärt Röderer: „Und da sollte sich unser Land solche absurden Gefahrenstellen nicht leisten.“

(Ein Bild von der Lage an der „Siegerlücke“ kann man sich in diesem kurzen Video machen: https://www.youtube.com/shorts/rw0lB2KUU3o)

Dr. Hendrik Rupp
Pressestelle

Ansprechpartner

Thomas Leipnitz
Berater für Verkehrspolitik