Die Ausgangslage
In Baden-Württemberg fehlen etwa 200.000 Wohnungen. Das belastet nicht nur Privathaushalte, sondern auch Unternehmen. Diese sind, besonders im Zeichen der Transformation, dringend auf Auszubildende, Duale Studierende, Young Professionals, aber auch auf erfahrene deutsche und internationale Fachkräfte angewiesen. Finden diese vor Ort keinen passenden Wohnraum, nehmen sie auch keine Stelle an. Schon jetzt schlagen die Unternehmen Alarm und nennen in den Umfragen der IHKs die schlechte Verfügbarkeit von Wohnraum als einen der dringendsten Handlungsbedarfe. Kurz: Die schlechte Wohnraumpolitik von CDU und Grünen in der Landesregierung gefährdet unseren Wirtschaftsstandort!
In Anbetracht der Größe der Aufgabe, die wir zu bewältigen haben, können und sollen allerdings auch Unternehmen zur Lösung beitragen: Durch Neuerrichtung von Werks- und Mitarbeitendenwohnungen. Das Leben in diesen gehörte seit Beginn der Industrialisierung zur Identität von Millionen Angehörigen der Arbeiterklasse – und kann auch heute wieder aktuell sein. Wollen wir den Wohnraummangel im 21. Jahrhundert lösen, brauchen wir auch wieder den Bau von Werks- und Mitarbeitendenwohnungen im 21. Jahrhundert!
Unser Sechs-Punkte-Plan
Neben der bereits existierenden und an Bedürftigkeit ausgerichteten Wohnraumförderung für Arbeitnehmende mit Wohnberechtigungsschein wollen wir Unternehmen bei der Errichtung von Werks- und Mitarbeitendenwohnungen für breitere Zielgruppen innerhalb ihrer Mitarbeitendenschaft unterstützen, orientiert am individuellen Bedarf des Unternehmens. Denn: Auch für Normalverdienende ist das Mieten in Baden-Württemberg vielerorts zu teuer. Um Werks- und Mitarbeitendenwohnen für Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt zum Erfolgsmodell zu machen, brauchen wir klare Leitlinien. Im Vordergrund steht dabei für uns die Neuerrichtung von passenden Wohnungen durch die Unternehmen selbst.
Wir fordern:
- Auszubildende und Duale Studierende sind am Stärksten von übermäßig hohen Mieten vor Ort betroffen. Wir unterstützen sie durch eine konsequente Aufstockung des Programms „Junges Wohnen“. Keine Umschichtungen dieser Mittel mehr in andere Fördertöpfe;
- Den Neubau von Werks- und Mitarbeitendenwohnungen unterstützen wir vor allem durch Hilfe bei der Koordinierung der Projekte bauwilliger Unternehmen, Absprachen mit der Kommune sowie den kommunalen oder genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen vor Ort und beim Finden geeigneter Flächen. Ansprechpartner sollen die unteren Verwaltungsbehörden auf Ebene der Landkreise sein;
- Als Flächen hierfür wollen wir vorrangig unternehmenseigene Flächen mobilisieren. Wir wollen dort den Bau von Wohnungen vereinfachen, um dies auch in großem Stil möglich zu machen;
- Die Haupt-Ansprechpartnerin für bauwillige Unternehmen soll die Landesentwicklungsgesellschaft BWohnen werden. Dort richten wir eine zentrale „Unterstützungs- und Koordinierungsstelle Werks- und Mitarbeitendenwohnen“ ein. Diese vernetzt Unternehmen mit anderen Unternehmen, Kommunen sowie kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen, um mögliche gemeinsame Bauprojekte miteinander abzustimmen. Zu Beginn kann eine zentrale Stelle auf Ministerialebene diese Funktion übernehmen;
- Wir unterstützen durch Beratung die Schaffung von neuen Genossenschaften und anderen gemeinnützigen Bauträgergemeinschaften. Insbesondere dann, wenn mehrere kleine Unternehmen eine Genossenschaft gründen wollen mit dem Zweck der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum für ihre Mitarbeitenden;
- Für Beschäftigte landeseigener Unternehmen oder von Landesbehörden baut BWohnen die notwendigen Mitarbeitendenwohnungen selbst.
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