MdL Marianne Wonnay: „Neueste Zahlen des Statistischen Landesamtes zur Kinderarmut entlarven die Kinderland-Rhetorik als hohles Geschwätz“

Die Landesregierung tut viel zu wenig gegen Kinderarmut. Diesen Vorwurf belegen nach Ansicht der familienpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Marianne Wonnay, die vom Statistischen Landesamt vorgelegten Zahlen, denen zufolge Kinder im reichen Baden-Württemberg eher armutsgefährdet sind als im Bundesdurchschnitt. Im Land sind 45 Prozent der allein Erziehenden armutsgefährdet, im Bundesdurchschnitt sind es 35 Prozent. „Dieser erschreckende Befund zur Kinderarmut entlarvt die Kinderland-Rhetorik der Landesregierung als hohles Geschwätz“, tadelte Wonnay.

Die höhere Armutsgefährdung von Kindern und Familien sei eine Folge des schlechten Kinderbetreuungsangebotes in Baden-Württemberg. „Nach wie vor gibt es viel zu wenige Betreuungsplätze für Kleinkinder, und bei den Drei- bis Sechsjährigen bestehen eklatante Defizite bei Ganztagsbetreuungsplätzen, auf die vor allem berufstätige allein Erziehende dringend angewiesen sind“, so Wonnay. Nach Angaben des Bildungsberichts 2007 des Landesinstituts für Schulentwicklung und des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2006 nur 8 Prozent aller Kindergartenkinder ganztags betreut. Gegenüber 2002 habe sich die Ganztagsbetreuungsquote damit nur um einen Prozentpunkt erhöht.

Marianne Wonnay: „Die Landesregierung muss sich angesichts dieser Zahlen endlich dazu durchringen, die Kommunen mehr als geplant beim Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes zu unterstützen. Darüber hinaus brauchen wir einen Landesarmutsbericht, der Aufschluss über die Armutsgefährdung von Kindern und Familien gibt.“

Betrachte man die nun bekannt gewordenen Fakten zur Kinderarmut, dann wird nach Ansicht Wonnays schnell klar, warum die Landesregierung es bisher abgelehnt hat, einen solchen Bericht zu erstellen: „Die Landesregierung hat Angst vor der Wahrheit.“

Martin Mendler
Stellv. Pressesprecher