MdL Marianne Wonnay: „Ohne klare Finanzierungszusagen des Landes bleiben die Leitlinien für Bildung und Erziehung im Kindergarten ein Torso“
Als „Schritt in die richtige Richtung“ wertet die stellvertretende Vorsitzende und familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Marianne Wonnay, die heutige Vereinbarung zu einem Orientierungsplan für Kindertageseinrichtungen zwischen dem Land, den Kommunen und den Kindergartenträgern. Wonnay vermisst indessen die klare Bereitschaft des Landes, die Kommunen bei der Umsetzung finanziell zu unterstützen.
Wonnay: „Ohne eine klare Finanzierungszusage des Landes bei der Sprachförderung und der Fort- und Weiterbildung der Erzieherinnen über die Modellphase hinaus bleiben die Leitlinien für Bildung und Erziehung im Kindergarten ein Torso. Damit die frühkindliche Bildung gestärkt wird, muss das Land die Kommunen bei der Sprachförderung und der frühkindlichen Bildung endlich angemessen unterstützen.“
Die SPD-Abgeordnete warf der Kultusministerin vor, ihre verfehlte Bildungspolitik nun im Kindergartenbereich fortzusetzen. „Frau Schavan eröffnet ständig neue Baustellen und kümmert sich danach nicht mehr um die Fortführung der Bauarbeiten.“ Nach der „Bauruine Sprachförderung“ drohe deshalb in einigen Jahre eine neue „Bauruine Bildungsplan“.
Wonnay erinnerte daran, dass die interministerielle Arbeitsgruppe zur Sprachförderung im März dieses Jahres den Finanzbedarf auf 6 Millionen Euro beziffert habe. Bisher weigere sich die Landesregierung jedoch, diese Mittel zur Verfügung zu stellen. Vor diesem Hintergrund sei die Ankündigung der Kultusministerin, sich an der Weiterqualifikation der Erzieherinnen finanziell zu beteiligen, mehr als vage.
Bisher habe sich die Landesregierung bei der Finanzierung der Sprachförderung aus der Verantwortung gestohlen. Auch die heutige Vereinbarung ändere daran nichts. Völlig zu Recht fordere der Städtetag deshalb, dass sich das Land an der Finanzierung der Sprachförderung angemessen beteilige. Dies hatte der Ministerpräsident den Kommunen bereits vor zwei Jahren versprochen.
Angesichts der Tatsache, dass heute ein Viertel aller Kindergartenkinder Sprachdefizite aufweise, darf nach Ansicht von Wonnay mit Maßnahmen nicht bis zum Jahr 2005 oder gar 2009 gewartet werden. Die SPD fordert deshalb die rasche Umsetzung des längst überfälligen Sprachförderkonzepts.
Mit Sprachförderung, so Wonnay, müsse bereits zu Beginn des Kindergartenbesuches begonnen werden. Sie dürfe nicht erst im letzten Kindergartenjahr starten, so wie dies derzeit bei den von der Landesstiftung geförderten Maßnahmen der Fall sei. Zudem müsse die Sprachförderung flächendeckend alle Kinder erfassen, die eine Förderung brauchen.