Zumeldung Landespressekonferenz Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV): Unterrichtsausfall und Unterrichtsqualität – Analyse der Grundpfeiler für gute Arbeit an den Schulen
Angesichts des verbalen Schlagabtauschs zwischen der Lehrergewerkschaft GEW und dem Kultusministerium sowie den Einschätzungen des BLV zur Unterrichtsversorgung an beruflichen Schulen fordert SPD-Fraktionsvize Dr. Stefan Fulst-Blei eine grundlegende Erneuerung der Ressourcenplanung und mehr Transparenz: „Statt kreativer Buchführung des Kultusministeriums braucht es eine stichhaltige Diskussionsgrundlage mit dem klaren Ziel die beruflichen Schulen besser auszustatten“. Immer wieder komme es beim Thema Lehrerstellen zu teils völlig gegenläufigen Interpretationen und Unklarheiten, die seitens der grün-schwarzen Landesregierung bewusst zur Verschleierung von Problemlagen bzw. Tarnung von Stellenstreichungen genutzt würden.
Aufgabe von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sei eine schonungslose Analyse der aktuellen Situation und damit umfassende Erhebungen u.a. zum Unterrichtsausfall, geleisteter Mehrarbeit und fachfremd erteiltem Unterricht. „Es hilft niemandem wenn die Landesregierung weiter ihre Verschleierungstaktik fährt und vertuscht, dass an beruflichen Schulen im Vergleich zum Vorjahr knapp 20 Prozent mehr Unterricht ausgefallen ist“, moniert Fulst-Blei. Eine verbesserte und datengestützte Ressourcenplanung könnte u.a. mithilfe der Schulverwaltungssoftware ASV-BW erzielt werden, wenn für diese entsprechende Module zur Erfassung wichtiger Planungsdaten entwickelt würden.
„Die Spirale der Mangelverwaltung lässt sich mit kostenneutralen Umschichtungen und Stellenstreichungen nicht durchbrechen, sondern braucht eine ehrliche Ist-Analyse genauso wie realistische Nah- und klare Fernziele“, so der SPD-Bildungsexperte. Seine Fraktion fordert, dass der Versorgungsgrad an allen Schulen schrittweise auf 106 Prozent erhöht wird, einen Ausbau der Vertretungsreserve sowie die Aufstockung des Entlastungskontingents. „Diese Maßnahmen sind nicht unmittelbar umsetzbar, müssen aber bereits jetzt Teil der Personalplanung werden, um beispielsweise die Ausbildungskapazitäten entsprechend anzupassen“, wirbt Fulst-Blei für mehr Weitsicht.
Stuttgart, 23. April 2018
Heike Wesener
Pressesprecherin
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