MdL Marianne Wonnay: „Die Landesregierung steht bei der frühkindlichen Bildung vor einem Scherbenhaufen“

Die SPD hält die Kritik der Kommunen am Kindergarten-Orientierungsplan der Landesregierung für völlig berechtigt. Nach den Worten der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und familienpolitischen Sprecherin, Marianne Wonnay, steht die Landesregierung bei der frühkindlichen Bildung vor einem Scherbenhaufen. „Die Landesregierung ist auf einer Geisterfahrt: Erst legt sie einen Orientierungsplan vor, über den die Experten ein vernichtendes fachliches Urteil fällen, dann bricht sie ihre Zusage an die Kommunen, sich an den bei der Einführung anfallenden Kosten zur Hälfte zu beteiligen“, kritisierte Wonnay.

Der Orientierungsplan für die Kindergärten drohe so zu einem „bildungspolitischen Rohrkrepierer erster Klasse“ zu werden. Die Leidtragenden seien die Kinder, denen die Landesregierung die notwendigen Rahmenbedingungen für die frühkindliche Bildung im Kindergarten vorenthalte. Baden-Württemberg sei ohnehin eines der wenigen Bundesländer, das noch keinen Bildungsplan für den Kindergarten habe. Wenn jetzt der Orientierungsplan scheitere, dann rutsche das Land in der frühkindlichen Bildung in eine bundesweite Schlusslichtposition.

Marianne Wonnay: „Die SPD fordert die Landesregierung auf, sich an den Kosten von rund 6 Millionen Euro pro Jahr entsprechend ihrer früheren Zusage mindestens zur Hälfte zu beteiligen.“ Im Sommer letzten Jahres hatte die Landesregierung nämlich noch zugesagt, ‚das Land (werde) sich in Höhe von mindestens 50 Prozent an der Implementierung (insbesondere Qualifizierungsmaßnahmen und wissenschaftliche Begleitung) des Orientierungsplans beteiligen’ (vgl. PM des Kultusministeriums vom 30.07.2004).

Martin Mendler
Stellv. Pressesprecher