Dr. Boris Weirauch, Verfassungsschutzexperte der SPD-Landtagsfraktion, ist besorgt über die sehr schnelle Radikalisierung von jungen Menschen, die in dem Ziel der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat resultieren: „Aus den Ergebnissen der Studie, dass es in 79 Prozent der untersuchten Fälle offensichtliche, für das familiäre und schulische Umfeld erkennbare Warnsignale gab, aber nur in 17 Prozent eine notwendige Reaktion erfolgte, ergibt sich ein klarer Handlungsbedarf: Präventionsarbeit und politische Bildung müssen ausgeweitet werden, damit nahestehende Personen Radikalisierungen erkennen und angemessen reagieren können. Dass selbst bei der klaren Äußerung, eine schwere Straftat begehen zu wollen, oft nicht eingeschritten wird, dürfen wir nicht hinnehmen.“
Gleichzeit ist es für Weirauch notwendig, vor der Radikalisierung selbst anzusetzen: „Die Studie zeigt, dass in mehr als zwei Dritteln der Fälle eine psychische Erkrankung diagnostiziert und in fast einem Viertel der Fälle Anzeichen einer nicht fachärztlich festgestellten Erkrankung vorlagen. Wir müssen insbesondere die Plätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrische Betreuung ausbauen.“
Ein weiterer Ansatz für die Bekämpfung der Gefahr ist für Weirauch, dass sich nach der Studie alle Fälle in einem gewaltverherrlichenden virtuellen Milieu bewegt und sich mit anderen vernetzt haben: „Daher müssen auch die Plattformbetreiber in die Pflicht genommen werden, damit unsere Sicherheitsbehörden angesichts der schnellen Radikalisierung rechtzeitig über diese Fälle informiert werden um reagieren zu können.“
Dr. Hendrik Rupp
Pressestelle




