Die Situation am Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg bleibt nicht nur schlecht, sondern sie wird immer dramatischer – und sie treibt immer mehr Menschen unter die Armutsgrenze. Das belegen die Antworten des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. „Was die Landesregierung als statistisches Rauschen abtun möchte, ist in Wirklichkeit ein glasklares Alarmzeichen“, sagt Jonas Hoffmann, wohnungspolitischer Sprecher der SPD im Landtag: „Wohnen in Baden-Württemberg macht immer mehr Menschen arm.“

Der Antrag der SPD bestätigt eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, wonach die Armutsquote im Land erheblich höher liegt, wenn man die Wohnungskosten in die Berechnung einbezieht. 2024 lag die Armutsquote ohne Wohnkosten im Südwesten bei 13 Prozent, mit den Wohnkosten jedoch bei etwa 20 Prozent. Die Armutsquote misst immer die relative Armut im Land, denn sie ermittelt den Anteil derjenigen Menschen an der Gesamtbevölkerung, denen nur 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen.

„Die Armutsquote ist ein Indikator für die soziale Ungerechtigkeit im Land“, so Hoffmann: „Und wir sehen nicht nur einen massiven Anstieg um über 50 Prozent, sondern auch den Grund: Die außer Kontrolle geratenen Wohnkosten verschärfen die Ungleichheit immer mehr.“ Da die Mietkosten bei Neuvermietungen grundsätzlich höher liegen als bei Mieten im Bestand, sind hier vor allem Menschen betroffen, die neue Mietverhältnisse eingehen müssen: Azubis und Studierende, junge Familien, Berufsanfänger – aber auch Senioren, die in altersgerechte Wohnungen umziehen müssen.

Hoffmann: „Als die Landesregierung vor fünf Jahren ein eigenes Ministerium für das Wohnen eingerichtet hat, haben wir darin deshalb einen Schritt in die richtige Richtung gesehen. Aber jetzt, fünf Jahre später, sehen wir nur eine auf ganzer Linie gescheiterte CDU-Bauministerin. Denn Wohnen wird unter ihrer Regie immer unbezahlbarer und die große Gerechtigkeitsfrage unserer Zeit nicht gelöst, sondern durch ihr Nichtstun Jahr für Jahr weiter verschärft.“

Eva-Christin Scheu
Pressesprecherin

Ansprechpartner

Moritz Schwier
Parlamentarischer Berater für Landesentwicklung und Wohnen