Die von Kultusstaatssekretärin Marion v. Wartenberg vorgestellte Kampagne für Alphabetisierung greift aus Sicht der SPD-Landtagsfraktion die viel zu lange ausgeblendete Benachteiligung von fast einer Million Menschen in Baden-Württemberg auf. „Die Kampagne für Alphabetisierung ist ein wichtiges Zeichen der Unterstützung für Betroffene und fördert die Bildungsgerechtigkeit“, sagte SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei.

Bei den Betroffenen handele es sich um sogenannte funktionale Analphabeten, die zwar einer Beschäftigung nachgehen, aber erkennbare Defizite im Umgang mit Schrift haben, also nicht im gesellschaftlich üblichen Maße lesen und schreiben können. Als besonders vielversprechend betrachtet Fulst-Blei den Handlungsansatz, Hilfsangebote direkt in den Betrieben zu verankern. Hierdurch könne eine Sensibilisierung der Belegschaft und zugleich eine konkrete Unterstützung der Betroffenen wichtige Synergien erzeugen.

Die Kampagne für Alphabetisierung ist ein Beitrag der Nationalen Dekade des Bundes zur Alphabetisierung und Grundbildung und hat ein Finanzvolumen von rund 1,2 Millionen Euro. Der überwiegende Teil der Mittel stellt der Europäische Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Die 13 Weiterbildungsträger im Land beteiligen sich zur Hälfte an den Kosten.

Stuttgart, 23. Oktober 2015
Martin Mendler, Pressesprecher