Wolfgang Drexler: „Wir wollen in der Champions-League vorne mitspielen und nicht um die Spitze in der Regionalliga streiten“
SPD-Fraktion kündigt eigenes Positionspapier an
Die Freude über den zweiten Platz Baden-Württembergs im Bundesländervergleich der PISA-Studie hält sich bei der SPD-Landtagsfraktion in Grenzen. Dass Baden-Württemberg als eine der reichsten Regionen in Europa im internationalen Vergleich auf Platz 17 kommt und damit gerade mal den Durchschnittswert der OECD-Länder erreicht, wertet die SPD-Landtagsfraktion als Armutszeugnis für die Landesregierung.
„Wir wollen in der Champions-League vorne mitspielen und nicht um die Spitze in der Regionalliga streiten“, kommentierte SPD-Fraktionschef Wolfgang Drexler die jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse der PISA-E-Studie, die offiziell am Donnerstag dieser Woche in Berlin präsentiert werden.
Drexler warnte Kultusministerin Schavan vor überheblicher Selbstgefälligkeit und riet ihr davon ab, den zweiten Platz bei der PISA-E-Studie wie eine Monstranz vor sich her zu tragen und für den Bundestagswahlkampf zu missbrauchen. „Wir brauchen jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung in der ganzen Republik, um unser Bildungssystem möglichst schnell wieder nach vorne zu bringen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Von Schavan forderte er, ideologischen Ballast abzuwerfen und vor allem beim Ausbau von Ganztagesschulen im Land vom bisherigen Schneckentempo abzurücken und endlich wenigstens einen Gang höher zu schalten.
„Alle Staaten, die in der PISA-Studie ganz vorne liegen, haben großen Erfolg mit durchdachten Ganztagesschulkonzepten“, sagte Drexler. Er wundere sich, dass offenbar alle bis auf Schavan den Wert von Ganztagesschulen in allen allgemein bildenden Schularten für Kinder, Eltern und die gesamte Gesellschaft erkannt hätten.
Drexler kündigte an, seine Fraktion werde ein umfangreiches eigenes Positionspapier zu den Konsequenzen aus der PISA-Studie vorlegen. „Zurücklehnen und sich auf dem zweiten Platz im Bundesländervergleich ausruhen – dafür sind uns die Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg zu schade“, betonte Wolfgang Drexler.