MdL Christoph Bayer: „Die Regionalschule bietet den Jugendlichen bessere berufliche Perspektiven“
rerstellen: Oettinger muss Wahlversprechen einhalten
Zurückgehende Schülerzahlen und die abnehmende gesellschaftliche Akzeptanz der Hauptschule stellen auch nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion das gegliederte Schulsystem immer stärker in Frage. Da sich die Landesregierung in den vergangenen Jahren viel zu wenig um die Hauptschulen gekümmert habe, sei nun der Fortbestand insbesondere kleiner Hauptschulen akut gefährdet, kritisierte Christoph Bayer, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion. Im Interesse der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern sei ein wohnortnahes und leistungsfähiges Schulangebot jedoch unverzichtbar. Dies sei auf mittlere Sicht ohne strukturelle Veränderungen nicht zu machen, so Bayer.
Die SPD will anstelle der bisherigen Haupt- und Realschulen „Regionalschulen“ mit einem neuen pädagogischen Konzept einführen. Die Regionalschule soll in der Regel die Mittlere Reife vergeben. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu machen. Rheinland-Pfalz habe dieses Modell erfolgreich umgesetzt und auch Thüringen erziele damit große Lernerfolge. Immerhin habe es Baden-Württemberg beim letzten nationalen PISA-Vergleich überholt.
Kurzfristig müssten jedoch die Rahmenbedingungen an den Hauptschulen verbessert werden. Ziel müsse es sein, dass die Jugendlichen die Schule ausbildungsreif verlassen, statt anschließend in teure und ineffiziente Warteschleifen geschickt zu werden.
Scharf kritisierte der SPD-Bildungsexperte die von der Landesregierung erwogene Streichung von Lehrerstellen schon vor 2012. Der Erhalt dieser Stellen sei ein zentrales Wahl¬versprechen Oettingers gewesen und dürfe nun nicht aus kurzsichtigen Überlegungen heraus gebrochen werden. Das Land habe ohnehin ein riesiges Defizit bei den Ganztagesschulen und bei der Qualität der Hauptschulen, so Bayer.