SPD-Fraktionsvize Dr. Stefan Fulst-Blei: „Es ist absurd, eine Digitalisierungsstrategie entwickeln zu wollen, wenn gleichzeitig der geplante Informatikunterricht platt gemacht wird.“
Zusagen des Ministerpräsidenten offensichtlich nichts wert
Dr. Stefan Fulst-Blei, stellvertretender Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zeigt sich entsetzt über die Pläne der baden-württembergischen Kultusministerin, im Gegensatz zum vom früheren SPD-Kultusminister Andreas Stoch erarbeiteten Konzept den Informatikunterricht an den weiterführenden Schulen nun doch nicht flächendeckend einführen zu wollen. „Es ist absurd, eine Digitalisierungsstrategie entwickeln zu wollen, wenn gleichzeitig der geplante Informatikunterricht platt gemacht wird“, sagte Fulst-Blei.
Nach Informationen aus der Südbadischen Rektorenkonferenz mit Kultusministerin Eisenmann in der vergangenen Woche habe die Regierung entschieden, den ab dem Schuljahr 2017/18 geplanten Informatikunterricht in Klasse 7 zu kippen. Lediglich an Gymnasien sei dieser noch eingeplant, alle anderen Schülerinnen und Schüler gingen leer aus. „Das ist erstens höchst ungerecht für alle, die kein Gymnasium besuchen. Und es steht im krassen Widerspruch dazu, was nötig wäre, um junge Menschen fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft“, so der SPD-Bildungsexperte. „Was genau ist dann eigentlich gemeint, wenn die Regierung behauptet, ein besonderer Schwerpunkt ihrer angeblichen Digitalisierungsstrategie läge auf der digitalen Bildung? Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Werkrealschulen geraten hier klar ins Hintertreffen, ihre Schülerinnen und Schüler werden in der Vorbereitung auf das Berufsleben massiv benachteiligt und abgewertet.“ Damit sei dies auch ein „Angriff auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg“.
Fulst-Blei verwies in diesem Zusammenhang auf Aussagen von Ministerpräsident Kretschmann zur Informatik an Schulen. So habe er beispielsweise im Oktober 2015 beim Wirtschaftskongress „Wir.Unternehmen.MINT“ den Informatikunterricht angekündigt und versprochen, „alle Schüler an allgemein bildenden Schulen werden eine verbindliche Grundbildung in Informatik bekommen“, und hierfür breite Zustimmung der Wirtschaft bekommen. Der SPD-Fraktionsvize sagte nun hierzu: „Diese Zusage des Ministerpräsiden war offensichtlich nichts wert. Das also ist die grün-schwarze Digitalisierungsstrategie: schöne Worte, nichts dahinter.“
Stuttgart, 14. Dezember 2016
Sven Plank, Stellv. Pressesprecher
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