: „Die Zahl der von Jugendlichen und Heran­wachsenden begangenen gefährlichen und schweren Körper­verletzungen ist alarmierend“


Die SPD-Landtagsfraktion äußert sich sehr besorgt angesichts der zunehmenden Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen und Heranwachsenden. Reinhold Gall, Parlamentarischer Geschäftsführer und innenpolitischer Sprecher: „Die Zahl der von Jugendlichen und Heranwachsenden begangenen gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist alarmierend. Die Regierung muss endlich wirksam handeln.“ Die SPD-Landtagsfraktion sieht vor allem im pädagogischen Bereich effektive Ansatzpunkte.

Aus der heute veröffentlichten Strafverfolgungsstatistik geht hervor, dass im letzten Jahr mit nahezu 5.300 Verurteilungen wegen Gewaltdelikten ein neuer Höchststand erreicht wurde. Bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist in den letzten zehn Jahren ein Anstieg um 54 Prozent zu verzeichnen, wobei die Zuwachsrate bei Jugendlichen 68 Prozent und bei den Heranwachsenden sogar 102 Prozent beträgt.

Aus Sicht der Sozialdemokraten hat eine Fraktionsanhörung im November 2006 zur „Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen“ deutlich gemacht, dass es zwischen dem Konsum von Gewaltdarstellungen in modernen Medien und der Ausübung von Gewalt einen Zusammenhang gibt. „Die Regierung versäumt es seit Jahren, die Entwicklung der Medien pädagogisch zu begleiten“, bedauert Reinhold Gall. Daher fordert die SPD-Land­tagsfraktion, die Medienpädagogik in der Ausbildung der Erzieher und Lehrer zu verankern. Ein weiteres Versäumnis der Landesregierung liege im Rückzug aus der Schulsozialarbeit, die einen sehr wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention bei Jugendlichen leistet.

i.V., Martin Körner