Gunter Kaufmann: „Ich teile die Kritik des italienischen Konsulats am Verhalten der Stadt Rastatt. Der Zusatzunterricht erleichtert den Erwerb von Sprachkompetenz und trägt zur Integration bei“

Der Rastatter Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann stellt sich hinter die Kritik des italienischen Generalkonsuls am Verhalten der Stadt Rastatt, die keine Schulräume für muttersprachlichen Unterricht mehr zur Verfügung stellen will. Nach Ansicht Kaufmanns beeinträchtigt der muttersprachliche Zusatzunterricht nicht das Erlernen der deutschen Sprache. Jede gezielte sprachliche Förderung unterstütze den Erwerb der Sprachkompetenz der Kinder. „Ich teile die Kritik des italienischen Konsulats am Verhalten der Stadt Rastatt. Der Zusatzunterricht erleichtert den Erwerb von Sprachkompetenz und trägt zur Integration bei“, sagte Kaufmann, der Mitglied im Schulausschuss des Landtags ist.

In einem Brief an Kultusminister Rau will Kaufmann nun wissen, wie das Ministerium mit dem Beschluss des Rastatter Gemeinderats verfahren möchte, demzufolge die Landesregierung Ziffer IV der Verwaltungsvorschrift „Unterricht für ausländische Schüler an allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Baden-Württemberg“ streichen soll. In dieser Ziffer werden die Schulträger gebeten, ihre Räumlichkeiten für den muttersprachlichen Zusatzunterricht zur Verfügung zu stellen.

Kaufmann betonte, dass das Beherrschen der deutschen Sprache den Schulerfolg entscheidend bestimme. Mehrsprachigkeit stehe hierzu aber nicht im Widerspruch, wie einschlägige Studien bewiesen. Kaufmann plädierte dafür, den muttersprachlichen Zusatzunterricht stärker in die staatliche Verantwortung zu übernehmen und auch für Kinder ohne Migrationshintergrund zu öffnen. „Wir müssen sicherstellen, dass die Inhalte des Zusatzunterrichts mit den Grundwerten unserer Verfassung übereinstimmen. Deshalb brauchen wir eine Abstimmung mit den staatlichen Bildungsplänen und auch eine stärkere Öffnung für alle Schüler“, sagte Kaufmann.

Martin Mendler

Stellv. Pressesprecher