MdL Christoph Bayer: „Worte und Taten des Agrarministers klaffen weit auseinander“
Als hanebüchen bezeichnet Christoph Bayer, naturschutzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die Behauptung des Agrarministers, es würden jährlich 85 Mio. Euro vom Land für den Schutz der Artenvielfalt ausgegeben. Damit würden die seit langem bestehenden Agrarfördermittel, die insbesondere dem Grundwasserschutz dienen, einfach zugunsten der aktuellen Themenlage umetikettiert. Ein zweiter Blick auf die Situation im Land gibt jedoch viel Anlass für Kritik: „Einer der Hauptgründe für den Artenschwund ist der Flächenverbrauch. Hier gibt es im Land keinerlei Fortschritt, ganz im Gegenteil“, so Bayer.
Die Artenvielfalt müsse durch viele Einzelmaßnahmen geschützt werden. Dazu gehöre, dass die vielen und großflächigen Naturparke im Land auch ökologisch weiterentwickelt werden, anstatt nur der Wirtschafts- und Tourismusförderung zu dienen. Der Biologische Landbau sei darüber hinaus nachweislich förderlich für die Artenvielfalt. Doch trotz steigender Nachfrage nach den Produkten stagniere er im Land seit Jahren, weil seine Förderung ganz offensichtlich nicht zielgenau erfolgt. Auch brauche Baden-Württemberg endlich einen Entwicklungsnationalpark im Schwarzwald. Ein solches Gebiet wäre auch wirtschaftlich ein Gewinn für die Region.
Christoph Bayer: „Der Agrarminister sollte auf fragwürdige Aktionen gegen Maikäferbefall, Kormorankolonien und Maisschädlinge verzichten, die großen Kollateralschaden anrichten, wie zuletzt durch das Bienensterben. Stattdessen sollten den großen Ankündigungen beim Flächenverbrauch endlich auch Taten folgen.“
i.V., Martin Körner