Fraktionschef Claus Schmiedel: „Vor- und Nachteile von Lang-LKW müssen im Lichte der Begleitstudie des Feldversuchs noch einmal abgewogen werden. Weiter bloß Nein sagen, hilft nicht“

Spitzengespräch in der grün-roten Koalition angepeilt

Lang-LKW verdienen nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel eine positive Neubewertung. „Vor- und Nachteile von Lang-LKW müssen im Lichte der Begleitstudie des Feldversuchs noch einmal abgewogen werden. Weiter bloß Nein sagen, hilft nicht“, erklärte Schmiedel.

Die SPD-Fraktion sei aufgrund der Zwischenergebnisse des Feldversuchs und nach der gescheiterte Klage Baden-Württembergs vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Feldversuch bereit, die bisherige kritische Position zu überdenken. „Wir werden auf Spit-zenebene das Gespräch mit unserem grünen Koaliktionspartner suchen“, kündigte Schmiedel an.

„Mit der Teilnahme am Feldversuch und mit den hierzulande gewonnenen Erfahrungen können wir den Produktionsstandort Baden-Württemberg weiter stärken, weil sich der Transport zwischen den Werken mit Lang-LKW effizienter gestalten lässt“, sagte Schmiedel nach einem Meinungsaustausch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Ein positiver Effekt des Lang-LKW bestehe darin, dass im Durchschnitt zwei Lang-LKW-Fahrten etwas mehr als drei Fahrten mit konventionellen LKW ersetzen könnten. Daraus ergeben sich Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent. In der Folge entstünden auch weniger Schadstoffemissionen. Die im Länder übergreifenden Feldversuch getesteten Lang-LKW seien außerdem nicht schwerer als konventionelle LKW. Somit entstünden keine größeren Belastungen für Straßen und Brücken, meinte Schmiedel. Die für Lang-LKW in Frage kommenden Fahrten könnten darüber hinaus oft-mals gar nicht über die Schiene abgewickelt werden.

Der Feldversuch untersucht die Chancen und Risiken des Einsatzes von Lang-LKW be-sonders mit Blick auf Umweltauswirkungen, Effizienzsteigerungen im Transport, Ver-kehrssicherheit und infrastrukturelle Auswirkungen. Ferner ist in dem vom Bundesver-kehrsministerium gesteuerten Feldversuch als Zielsetzung ausdrücklich festgehalten, dass der Einsatz von Lang-LKW nicht dazu führen dürfe, „dass eine (Rück-)Verlagerung des Ladungsaufkommens von der Schiene auf die Straße erfolgt.“ Es werden daher auch die Auswirkungen des Einsatzes längerer Fahrzeuge auf den kombinierten Verkehr un-tersucht.

Schmiedel machte darauf aufmerksam, dass Lang-LKW nicht mit den sogenannten Giga-linern verwechselt werden dürften. Lang-LKW hätten eine Gesamtmasse bis maximal 40 Tonnen und eine Obergrenze bei der Gesamtlänge von 25,25 Metern. Gigaliner indessen könnten bis zu 60 Tonnen Gesamtgewicht aufweisen.

Stuttgart 23. Februar 2015
Martin Mendler, Pressesprecher