MdL Norbert Zeller: „Selbst die von Kultusminister Rau angekündigten bescheidenen Verbesserungen für die Hauptschulen werden offenbar vom gymnasialen Block in der CDU ausgebremst“
Nach Informationen der SPD-Landtagsfraktion lehnen die Schulpolitiker der CDU-Fraktion die im Rahmen des angekündigten 10-Millionen-Euro-Programms für die Hauptschule geplante Senkung des Klassenteilers von 33 auf 28 ab. „Selbst die von Kultusminister Rau angekündigten bescheidenen Verbesserungen für die Hauptschulen werden offenbar vom gymnasialen Block in der CDU ausgebremst“, sagte der SPD-Bildungsexperte Norbert Zeller, der Vorsitzender des Schulausschusses im Landtag ist.
Damit fielen die CDU-Schulpolitiker ihrem eigenen Kultusminister in den Rücken und würden insbesondere Hauptschulen in größeren Städten mit ihren Problemen allein lassen. Die Absenkung des Klassenteilers könnte nach Ansicht Zellers insbesondere in den nach wie vor viel zu großen Hauptschulklassen in den Großstädten die Unterrichtsqualität und Lerneffizienz spürbar verbessern. „Die Bildungspolitiker der CDU verweigern sich aber nicht nur neuen integrativen Schulformen, selbst die angekündigten Rettungsversuche für die Hauptschule werden nun hintertrieben“, sagte Zeller.
Der kleinere Klassenteiler für die Hauptschule sei eine gut gemeinte „Vitaminspritze“, die indes diese Schulart nicht aus ihrer strukturellen Krise führen könne. Dringend notwendig seien längere gemeinsame Lernzeiten der Kinder. Dies verbessere die Lernbedingungen für alle und erhalte wohnortnahe und leistungsstarke Schulstandorte. Es genüge nicht mehr, an der kranken Hauptschule mit dieser und jener Nottherapie herumzudoktern, gefragt sei nun der große Schnitt in der ganzen Schulstruktur.
Zeller: „Die Bildungspolitiker der CDU scheinen inzwischen von allen guten Geistern verlassen zu sein. Sie verweigern sich nicht nur der überfälligen Strukturreform, sondern jetzt sogar den kleinsten Hilfsmaßnahmen für die notleidende Hauptschule.“