Daniel Born:  „Grundschulen werden trotz enormem Einsatz der Lehrkräfte regelmäßig von der Kultusministerin zum Sündenbock gestempelt“

Die Ergebnisse der neuen Studie der Bertelsmann Stiftung zum Lehrerbedarf an Grundschulen sind für Daniel Born keine Überraschung. Der SPD-Bildungsexperte benennt zwei Stellschrauben, an denen jetzt unter anderen gedreht werden muss: „Grundschullehrkräfte müssen wieder verstärkt zurück an die Grundschulen und dort unterrichten.“ Auf dem Arbeitsmarkt verfügbare Gymnasiallehrkräfte könnten problemlos an die Gemeinschaftsschulen, damit dort eingesetzte Grundschullehrkräfte wieder für den Unterricht an Grundschulen zur Verfügung stehen könnten.

Zudem müsse sich Kultusministerin Susanne Eisenmann ihren herrischen Ton gegenüber den Grundschulen endlich abgewöhnen. „Die Grundschulen werden trotz enormem Einsatz der Lehrkräfte regelmäßig von der Kultusministerin zum Sündenbock gestempelt“, moniert Born und kritisiert weiter, dass die CDU-Frau versuche, den Lehrkräften inzwischen bis ins Deutschheft zu regieren. „So viel Missmut und Kontrollsucht will sich niemand antun, wenn die Arbeitsbelastung sowieso sehr hoch ist – schon gar nicht in Vollzeit“, sagt er mit Blick auf den problematischen Umstand, dass vor allem junge Lehrerinnen nur in Teilzeit an Grundschulen tätig sind. Motivation am Arbeitsplatz sähe definitiv anders aus.

Die Ausrede, es gäbe schlichtweg nicht genug Lehrkräfte, bezeichnet Born als bewussten Täuschungsversuch der grün-schwarzen Landesregierung. So hätten zu Beginn des Schuljahres rund 2.200 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle erhalten. „Klar kann man die Gymnasiallehrkräfte nicht einfach an die Grundschulen stecken – diese Umschichtung macht pädagogisch wirklich gar keinen Sinn und ist für die Lehrkräfte auch nicht attraktiv“, konstatiert Born mit Blick auf die im vergangenen Spätsommer gescheiterte Initiative der CDU-Kultusministerin.

Der SPD-Bildungsexperte fordert stattdessen ausgebildete Grundschullehrkräfte zurückzuholen: „Die Kollegien der Gemeinschaftsschulen müssen mithilfe der verfügbaren Gymnasiallehrkräfte anders durchmischt werden. Ein Anteil von einem Drittel statt der bisherigen fünf bis zehn Prozent sind zur Umsetzung des Lernkonzepts auf drei Niveaus dort ohnehin sinnvoller eingesetzt als an der Grundschule“. Aus Sicht von Born wäre es also eine Win-Win-Situation für Grundschule und Gemeinschaftsschule, würde die CDU endlich das ideologische Kriegsbeil begraben und die Lehrerstellenstreichung zurücknehmen.

Stuttgart, 31. Januar 2018

Heike Wesener
Pressesprecherin

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Beraterin für Bildung, Jugend und Sport