Bildungssprecher Frank Mentrup: „Wenn Frau Schick sich angesichts einer solchen Zahl feiern lässt, zeigt sie einmal mehr, dass sie die Wirklichkeit in den Schulen nicht kennt“

Die neue Erhebung zum Stundenausfall zeige im Gegensatz zur Jubelmeldung von Kultusministerin Schick, dass die Schulen im Land erheblich unter dem Stundenausfall zu leiden hätten. Nach neuen Berechnungen der Fraktion fielen hochgerechnet auf das ganze Schuljahr insgesamt 1,2 Millionen Stunden ersatzlos weg – und zwar an allen allgemein bildenden Einrichtungen (ohne berufliche Schulen). „Wenn Frau Schick sich angesichts einer solchen Zahl feiern lässt, zeigt sie einmal mehr, dass sie die Wirklichkeit in den Schulen nicht kennt“, erklärt der bildungspolitische Sprecher Frank Mentrup.

Hinzu komme, dass die Statistik des Kultusministeriums nur die tatsächlich ausgefallenen Stunden erfasse, während Vertretungszeit, Stillarbeit und Klassenzusammenlegungen nicht gezählt werden. Gerade eine solche Gesamtrechnung mache die wirkliche Situation an den Schulen deutlich, sagt Mentrup. Danach werden 7,1 Prozent des Unterrichts oder etwa jede 14. Schulstunde nicht nach dem vorgesehenen Stundenplan erteilt. Die Qualität dieses Unterrichts sei aber fraglich, da sich diese Vertretungen oft auf Filmvorführungen oder Hausaufgabenbetreuung beschränkten. „Damit gibt es in Wirklichkeit einen drastischen Unterrichtsausfall, der den Schulerfolg junger Menschen verhindert“, kritisiert Mentrup.

Bei der Unterrichtsversorgung allein verweist Mentrup etwa auf die beruflichen Schulen, bei denen sich die Situation im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch verschlechtert habe (3,7 Prozent 2010, 3,6 Prozent 2009). Hinzu komme die schwierige Situation an den Gymnasien, die mit 3,9 Prozent mit am stärksten vom Ausfall betroffen seien – wie schon bei der Erhebung des Vorjahres. Da allein schon im Durchschnitt pro Gymnasium 1256 Stunden pro Jahr ausfallen, gebe es viele Einrichtungen, die noch deutlich höhere Ausfallquoten aufwiesen. „Gerade an einer Schulart, die sich im Umstellungsprozess befindet, ist jede einzelne Schulstunde wichtig“, erklärt Mentrup.

Stuttgart, 13. Dezember 2010
Dr. Roland Peter
Pressesprecher