Für SPD-Fraktionsvize Sascha Binder kommt die neue Nachwuchswerbekampagne für die Polizei zu spät. „Die Werbetrommel hätte heute vor einem Jahr gerührt werden müssen, als klar war, dass im Jahr 2018 1800 Anwärterinnen und Anwärter eingestellt werden sollten. Der Innenminister ging scheinbar davon aus, diese Stellen problemlos besetzen zu können, was ihm aber nicht gelungen ist“, so Binder. Er verweist darauf, dass rund 70 Anwärterstellen nicht besetzt werden konnten. „Der Innenminister hat wieder einmal den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht.“

Binder findet es gut, dass das Innenministerium für den Polizeiberuf wirbt, der viel zu bieten hat und gerade für junge Menschen einen attraktiver Beruf darstellt. Noch viel wichtiger als eine Imagekampagne ist für ihn aber, dass die angehenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten gute Ausbildungsbedingungen vorfinden.

„Wenn der Polizeinachwuchs bei der eigenen Vereidigung eine geliehene Uniform tragen muss und Ausbildungsstandorte immer noch nicht voll einsatzbereit sind, dann läuft etwas schief“, kritisiert Binder. „Da hilft dann auch keine Imagekampagne mehr, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.“

Stuttgart, 30. Oktober 2018

Heike Wesener
Pressesprecherin

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