Claus Schmiedel: „Ein erklärter S 21-Gegner missbraucht eine Untersuchung zum Güterverkehr für seine politischen Zwecke und wärmt alten Kaffee zu angeblich neuen Befunden auf“
Nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel betreibt der Bahnexperte Holzhey in seiner Auftragsstudie für das Umweltbundesamt Etikettenschwindel. In der 170 Seiten starken Untersuchung kämen S 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm auf gerade einmal fünf Seiten zur Sprache. „Ein erklärter S 21-Gegner missbraucht eine Untersuchung zum Güterverkehr für seine politischen Zwecke und wärmt alten Kaffee zu angeblich neuen Befunden auf“, kritisierte Schmiedel.
Zu Recht habe sich das Umweltbundesamt als Auftraggeber der Studie zum Güterverkehr entschieden von den politischen Schlussfolgerungen des Autors zu S 21 distanziert. „Was dieser bekannte Anti-S 21-Aktivist hier abgezogen hat, ist ein medialer Trick 17 – und selbst renommierte Blätter sind darauf hereingefallen“, kommentierte Schmiedel. Auch zu den angeblichen Kostensteigerungen nehme Holzhey mitnichten eigene neue Berechnungen vor, sondern wiederhole lediglich alte, längst bekannte Quellen. Nun würden diese jedoch als vermeintlich schwerwiegende neue Risiken verkauft.
Völlig absurd sei der Vorwurf des Autors, S 21 würde dem Schienengüterverkehr nichts bringen. „S 21 war noch nie vorrangig ein Projekt für den Güterverkehr und Projektbetreiber wie auch Unterstützer haben dies nie verschwiegen. Dass daraus ein Fachmann wie Holzhey nun hintersinnig einen Nachteil konstruiert, ist so, wie wenn man einem Autohändler vorhält, dass er keine Züge verkauft“, sagte Schmiedel.
S 21 sorge für eine schnellere Anbindung an den internationalen Fernverkehr, schaffe eine bequeme Alternative zum wachsenden Auto- und Flugverkehr, eröffne schnellere Verbindungen im Regionalverkehr, bringe aber auch leichten Güterverkehr von der Straße auf die neue Trasse. Der schwere Güterverkehr solle nach den Plänen der Bahn weiter auf der alten Strecke rollen. Nach dem Wegfall der ICE-Züge infolge der Neubaustrecke gebe es dort dafür deutlich mehr Kapazitäten.
Stuttgart, 13. August 2010
Martin Mendler
Stellv. Pressesprecher