MdL Norbert Zeller: „Der Wind wird rauer – der Kultusminister hat immer mehr Experten gegen sich“
Immer mehr Experten wenden sich gegen das dreigliedrige Schulsystem und damit die Bildungspolitik der Landesregierung. Der heute bekannt gewordene OECD-Wirtschaftsbericht kritisiert mit deutlichen Worten, dass die auch in Baden-Württemberg übliche frühe Trennung der Kinder im Alter von 10 Jahren zu Lasten der Chancengleichheit im Bildungssystem geht (Kurzfassung: 40376916.pdf). Die SPD-Landtagsfraktion sehe sich durch diesen Bericht in ihrer Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung voll bestätigt, sagte der Vorsitzende des Schulausschusses des Landtags, Norbert Zeller.
Um den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu verringern, „sollte auf Ebene der Bundesländer erwogen werden, den Zeitpunkt der ersten Aufteilungsentscheidung auf ein späteres Alter als 10 Jahre zu verschieben…“, heißt es in dem OECD-Bericht wörtlich. Zeller: „Die OECD legt den Finger in die Wunde, denn die frühe Trennung der Kinder ist ein Hauptgrund für die Ungerechtigkeit unseres Bildungssystems.“
Der Kultusminister dürfe dies nicht länger ignorieren, fordert der SPD-Bildungsexperte. „Rau muss endlich aus seiner ideologischen Wagenburg herauskommen und längeres gemeinsames Lernen auch in Baden-Württemberg zulassen. Ein erster Schritt dazu ist die 6-jährige Grundschule, wie sie die SPD seit langem fordert.“
Darüber hinaus schlage die OECD auch vor, Haupt- und Realschulen zu einer Schulart zusammenzulegen. Auch dies sehe das SPD-Konzept vor, so Zeller. Die SPD wolle im Anschluss an die 6-jährige Grundschule die 4-jährige Gemeinschaftsschule mit neuem pädagogischem Konzept sowie als zweite Säule das 6-jährige Gymnasium.
Helmut Zorell
Pressesprecher