Anlässlich der erneuten Ausschreitungen bei einem Fußballspiel des Karlsruher SC gegen Dynamo Dresden hat die SPD-Fraktion die behäbige Vorgehensweise von Innenminister Strobl kritisiert. „Jetzt ist Gefahr im Verzug: Der Fußballgipfel ist längst überfällig“, erklärte Fraktionsvize Sascha Binder. Ein Termin dafür erst Anfang Juli sei zu spät.
„Während Strobl noch an der Vorbereitung des Kaffeekränzchen mit den Fußballvereinen feilt, laufen uniformierte Chaoten mit Feuerwerkskörpern durch Karlsruhe“, sagte Binder. Mit seiner Kritik zielt er darauf ab, dass einen Monat nach den Krawallen beim Fußballspiel des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC immer noch keine konkrete Analyse und vor allem noch keine Handlungsvorschläge seitens des Innenministers erfolgt seien.
„Statt zeitnah alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und Verantwortlichkeiten klar anzusprechen, schiebt der Innenminister das Thema auf die lange Bank“, so Binder. Er forderte eine rasche Aufklärung, wie es erneut zu massiven Ausschreitungen kommen konnte. Dies sei man auch den eingesetzten Polizistinnen und Polizisten und Ordnern schuldig, die zum Teil Verletzungen davon trugen.
Binder selbst hatte dafür gesorgt, dass das Thema auf die politische Agenda kommt und im Landtag behandelt wird. Seinen Wunsch, Vertreter der Fußballvereine, der Polizei und der Staatsanwaltschaft zeitnah in die Sitzung des Innenausschusses am 26. April einzuladen, hatten die Regierungsfraktionen jedoch abgelehnt. „Wir hätten schon zu ersten Ergebnissen kommen können. Stattdessen müssen wir nun mit ansehen, wie es erneut zu schlimmer Randale kommt“, bedauerte Binder die Verzögerungstaktik der Regierung und der sie tragenden Fraktionen.
Binder sagte, er stehe auf eigene Initiative nun selbst in Kontakt mit den Vereinen. Außerdem habe die SPD einen Antrag in den Landtag eingebracht, der für Aufklärung rund um die Ausschreitungen beim Spiels des VfB gegen den KSC sorgen und mögliche Maßnahmen identifizieren soll, um Gewaltexzesse wie die gestrigen zu verhindern.
Stuttgart, 15. Mai 2017
Martin Mendler, Pressesprecher
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