SPD-Schulexperte Gerhard Kleinböck hat die Kultusministerin angesichts neuer Zahlen für die Übergangsquoten vor schnellen Schlussfolgerungen gewarnt. „Die Übergangsquote auf die Gemeinschaftsschule ist ein Handlungsauftrag, diese noch junge Schulart bei der Einrichtung gymnasialer Oberstufen zu unterstützen“, verlangte Kleinböck. Er forderte Kultusministerin Eisenmann auf, die Gemeinschaftsschulen nicht hängen zu lassen.

Kleinböck nannte die Entwicklung bei den Übergangsquoten im Vergleich zum Vorjahr stabil. „Die verbindliche Grundschulempfehlung abzuschaffen, war überfällig und richtig. Es überrascht nicht, dass Eltern verantwortungsbewusst über die Zukunft ihrer Kinder entscheiden.“ Statt mit ihren Prognosen zu völlig überfüllten Gymnasien Panik zu machen, hätte sich die CDU besser in Vertrauen geübt. „Eltern sind in Bildungsfragen unsere Partner und müssen im Dialog mit den Grundschulen als solche beraten werden“, so Kleinböck.

Das gelte insbesondere mit Blick auf die Gemeinschaftsschulen, die mit ihrem pädagogischen Konzept eine wertvolle Ergänzung zum Gymnasium seien. „Die Kultusministerin hat mit ihrem Zick-Zack-Kurs bei der Einrichtung der gymnasialen Oberstufe an Gemeinschaftsschulen bei den Eltern für Verunsicherung gesorgt“, sagte Kleinböck. Auch die neuen Daten ließen nicht den Schluss zu, dass die Gemeinschaftsschule nur für schwächere Schülerinnen und Schüler interessant sein kann, denn sie biete als Ergänzung zum G8 einen Weg zum Abitur in neun Jahren.

Stuttgart, 24. Januar 2017
Martin Mendler, Pressesprecher

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